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Immer mehr Menschen weltweit gehen Beziehungen zu KI-Avataren ein. Auch weil sie einsam sind. Wie sehr das unser Denken, Fühlen und Lieben verändert, will Katty Salié herausfinden.
Künstliche Intelligenz hat sich in den letzten Jahren rasant entwickelt. Besonders in der Kommunikation wirkt sie oft verblüffend menschlich. Doch wie nah kann man einem KI-Companion überhaupt sein? Welche Chancen und Risken birgt dieser Fortschritt?
Können Mensch und KI eine Beziehung führen?
Was in Spike Jonzes Film „Her“ im Jahr 2013 noch als Science-Fiction daherkam, ist inzwischen aufgrund der rasanten technischen Entwicklung im Bereich der künstlichen Intelligenz längst von der Realität überholt worden. Katty Salié taucht für „aspekte“ ein in die digitale Welt von KI-Companions und Chatbots und trifft auf Menschen, die sich virtuelle Freunde oder sogar Partnerinnen und Partner geschaffen haben. Auch Katty wagt das Selbstexperiment und bastelt sich ihren virtuellen Freund „Claus“, der sie durch die Sendung begleitet. Wie wird am Ende ihr Fazit dazu ausfallen? Hat er das Zeug zu einem echten Kumpel?
Große Versprechen von KI
Inzwischen gibt es kaum einen Bereich, in dem künstliche Intelligenz nicht schon zum Einsatz kommt oder aktiv an möglichen Anwendungen geforscht wird. Für viele Menschen birgt KI Chancen, zum Beispiel gegen Einsamkeit. Manche sehen darin die Möglichkeit, verstorbene Angehörige zumindest zum virtuellen Leben wiederzuerwecken. In den USA gibt es bereits einen ganzen Wirtschaftszweig, der zahlenden Kundinnen und Kunden „ewiges Leben“ in der Cloud verspricht.
Sogar in der Medizin wird zurzeit daran geforscht, wie KI künftig am besten genutzt werden könnte, um Lücken im Versorgungssystem zu schließen, zum Beispiel bei der sogenannten ärztlichen Anamnese, dem Erstgespräch mit dem Patienten. Wie das funktionieren kann, erklärt Tanja Schneeberger vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz. Katty macht den Test.
Riskante Liebe und vermeintlich Nähe
Es gibt allerdings auch Schattenseiten. Mittlerweile existieren bereits Hunderte von negativen Zwischenfällen mit KI-Avataren - und die Liste wird immer länger. Den Tiefpunkt bilden die Selbstmorde zweier Minderjähriger in den USA, die eine romantische Beziehung zu einer KI-Figur geführt hatten.
Problematisch wird die Verbindung zu einem KI-Companion, wie zum Beispiel von Replika, wenn die sogenannten Agenten darauf programmiert sind, ihre User in allem zu bestätigen, um damit an möglichst viele, teilweise sehr persönliche Daten zu gelangen. Selbst der einstige KI-Entwickler Yoshua Bengio ist heute zu einem der schärfsten Kritiker geworden.
Auch für Daniel Schreiber, der über das Alleinsein und die Liebe geschrieben hat, ist die Beziehung zu einer KI nicht der richtige Weg, um eine bessere Welt zu schaffen. Liebe und Gemeinwohl funktionieren für ihn nur mit echten Menschen aus Fleisch und Blut.
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