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Heldenreise unter Wasser: Die 26-jährige Mitsuki ist Weltmeisterin im Speerfischen an der Küste Kaliforniens. Gefahr für Leib und Leben nimmt die Japanerin dabei in Kauf.
Als Kind hatte Mitsuki noch Angst vor dem Wasser, da sie beinahe ertrunken wäre. Mit 16 Jahren verließ sie Japan nach der Trennung ihrer Eltern, wagte zunächst in England einen Neustart. Dann zog es sie in die USA, wo sie als Köchin arbeitete.
Der Dokumentarfilm von Florian Baron beeindruckt mit atmosphärischen Unterwasseraufnahmen, die Mitsuki schwerelos bei der Jagd zeigen. Mitsuki empfindet die Schönheit des Ozeans als Kraftquelle, die ihr half, große persönliche und emotionale Hürden zu überwinden. Die einsame und minimalistische Unterwasserjagd, ohne Atemgeräte und mit nur einem Speer bewaffnet, ist für sie eine existenzielle Erfahrung.
In den sozialen Medien postet Mitsuki Videos, in denen sie selbst gefangene Fische ausnimmt, kunstvoll filetiert und zubereitet. Für die Umweltaktivistin und Köchin zählen absolute Transparenz und Ehrlichkeit in ihrem Handeln zu ihrem Credo. Sie tötet nur soviel, wie sie später auch selbst verwerten kann.
Florian Baron hat die ungewöhnliche junge Frau während seines Stipendiatenaufenthalts in der Villa Aurora in Pacific Palisades kennengelernt. In seinem Dokumentarfilm macht er entscheidende Fragen unserer Zeit an ihrer Person fest. Denn Mitsukis Leben konfrontiert mit Fragen der Nachhaltigkeit und Lebensführung sowie nach Identität und kultureller Zugehörigkeit. Der Dokumentarfilmer war für 3sat bereits mit seinem Porträt über den Kriegsveteranen „Joe Boots“ erfolgreich, das 2017 unter anderem den Deutschen Menschenrechtspreis verliehen bekam.
3sat zeigt „Speara“ im Rahmen der 3sat-Dokumentarfilmreihe „DocuMe“, die von Menschen in Veränderungsprozessen erzählt und mit Erzählformen abseits des medialen Mainstream experimentiert.
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