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Max Ernst (1891-1976) gilt als einer der Wegbereiter der surrealistischen Malerei, seine rätselhaft-magischen Welten faszinieren und verstören zugleich: Aus ihnen sprechen Erfahrungen mit Krieg und Faschismus, ein Trampeltier wird zur Allegorie auf die menschliche Zerstörungslust. Zum 50. Todestag erzählt die Dokumentation die spannende Geschichte des Frauenlieblings bis zu seinem US-amerikanischen Exil in den 1940ern und bezeugt so die ungebrochene Aktualität seines Werks.
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Im Juni 1940 befindet sich Max Ernst in einer bedrohlichen Situation: Während die deutschen Truppen immer weiter in Richtung Südfrankreich vorrücken, ist er mit anderen deutschen und österreichischen Staatsbürgern als vermeintlich „feindlicher Ausländer“ in einem Internierungslager bei Aix-en-Provence inhaftiert. Für den Hitler-Gegner Max Ernst, dessen Werke von den Nazis als „entartete Kunst“ diffamiert werden, wäre es sehr gefährlich, in ihre Hände zu fallen.
Von diesem Moment aus erzählt die Dokumentation rückblickend die faszinierende Geschichte des epochalen Künstlers: Freigeist, Frauenliebling, Antifaschist. 25 Jahre zuvor, im Ersten Weltkrieg, hatte Max Ernst selbst als Soldat in den Kampf ziehen müssen. Die traumatisierende Fronterfahrung, der „große Wahnsinn“, wird zu einem Schlüsselerlebnis in seiner Biografie.
Von diesem Zeitpunkt an ist Ernst immer auch ein politischer Künstler - einer, der die alte Gesellschaftsordnung zerstören will. Zusammen mit den Pariser Surrealisten um André Breton zettelt Max Ernst eine kulturelle Revolution an, deren Erschütterungen über die Kunstwelt hinausgehen. Mit seinem 1937 entstandenen Werk „Der Hausengel“ - dem „Trampeltier, das alles, was ihm in den Weg kommt, zerstört und vernichtet“ - schuf Max Ernst eine Allegorie auf die Diktatoren seiner Zeit, die heute aktueller denn je wirkt.
Mit reichhaltigem Archivmaterial, Elementen der Graphic Novel und hochrangigen Interviewpartnern erzählt die Dokumentation die aufregende Geschichte Ernsts in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts.
Hinweis
Personen
| Regie: | Christian Buckard, Daniel Guthmann |