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Lange galt der Untergrund als letzte unberührte Zone. Doch nun wird er zum Endlager für hochgiftige Chemikalien, Atommüll und CO2 Europaweit entstehen unterirdische Deponien - doch ihre Sicherheit ist fraglich. Die kaum beachteten Projekte bergen immense Risiken: für die Umwelt, die Demokratie und die Industrie. Wie lange lassen sich die Gefahren noch ignorieren?
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Während Luft, Wasser und Boden bereits seit Langem verseucht sind, blieben die tieferen Erdschichten bislang weitgehend verschont. Doch damit ist es jetzt vorbei. Überall mehren sich unterirdische Deponien, die die giftigen Hinterlassenschaften der Wegwerfgesellschaft auffangen sollen. Fernab der Öffentlichkeit stellen die hochriskanten Endlager die Regierungen vor gewaltige industriepolitische, ökologische und demokratische Herausforderungen.
Zyanid, Arsen, Quecksilber und sogar Atommüll: Ist ihre Einlagerung in Untertage-Deponien in mehreren Hundert Metern Tiefe tatsächlich sicher? Noch ist es in der europaweit größten Lagerstätte im hessischen Herfa-Neurode zu keinem größeren Störfall gekommen. Doch in der elsässischen Deponie Stocamine - der Name steht inzwischen für einen ökologischen und politischen Skandal - bedrohen mehr als 40.000 Tonnen Industrieabfälle das größte Grundwasserreservoir Europas.
Finnland wird demnächst auf der Insel Olkiluoto das unterirdische Endlager „Onkalo“ (finnisch für „Höhle“) für radioaktive Abfälle des benachbarten Kernkraftwerks in Betrieb nehmen. Wird das Versenken des Mülls und das Versiegeln der Felsschichten funktionieren?
Und wie reagieren die Anwohner in Finnland oder auch in Frankreich, wo im lothringischen Bure ein Endlager für hoch- und mittelradioaktive Abfälle entstehen soll? Inzwischen ist auch die Einlagerung von CO2 auf dem Vormarsch. So fangen norwegische Industrieunternehmen bereits Kohlendioxid aus ihren Fabrikschornsteinen auf, um es anschließend mittels komplizierter Hightech-Verfahren unter den Meeresboden zu pumpen. Gibt es Alternativen zu dieser unterirdischen Verseuchung? In ganz Europa laufen die Forschungen dazu auf Hochtouren.
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