Steffen liegt nach einem Herzinfarkt in der Klinik in Magdeburg im künstlichen Koma und wird beatmet. Sein Weg aus dem Koma zurück ins Leben war für die Mediziner eine große Herausforderung.
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Steffen liegt nach einem Herzinfarkt in der Klinik in Magdeburg im künstlichen Koma und wird beatmet. Sein Weg aus dem Koma zurück ins Leben war für die Mediziner eine große Herausforderung.

Doris (62) liegt im Koma. Ihre Tochter und Enkelin sprechen sich gegenseitig Mut zu.

Dr. Michael Sudau, Oberarzt der Kardiologie im Klinikum Magdeburg. Er hat mit seinem Team um das Leben von Steffen Morscheck (42) gekämpft.

Steffen (l.) und der Kardiologe Dr. Michael Sudau (r.) in Magdeburg. Steffen hat das künstliche Koma nach einem Herzinfarkt überstanden, kann wieder weitestgehend normal leben und arbeiten.


Dr. Petra Maurer-Karattup von der SRH-Klinik in Neresheim gilt als internationale Expertin für Komapatienten und deren Angehörige. Sie sagt zur Situation der Angehörigen: "Ein langes Koma nennen wir auch Verlust ohne Tod."



Doris liegt seit Monaten im Wachkoma. Sie hört und sieht, aber sprechen oder sich bewegen kann sie nicht. Ihr Mann ist aber voller Hoffnung, weil Doris immer mehr auf ihn reagiert.
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Täglich sind in Deutschland mehrere Tausend Menschen von einem Koma betroffen. Was fühlt ein Mensch, der andere wahrnehmen, aber überhaupt nicht reagieren kann? Wie geht es den
Angehörigen?Wir begleiten zwei Menschen über mehr als ein Jahr, die durch ein Koma mitten aus dem Leben gerissen wurden. Den 45-jährigen Steffen aus Magdeburg und die 62-jährige Doris aus Süddeutschland. Ihre Angehörigen geben Einblicke in die schwierige Zeit der
Ungewissheit.Doris (62) steht mitten im Leben. Sie ist ein freundlicher Mensch, immer für alle da. Neben einem Halbtagsjob pflegt sie zu Hause ihren Ehemann, der gehbehindert ist. Laura (17), das Kind ihrer Tochter, wohnt bei ihr. Am 14. April 2024 ist Doris erschöpft, legt sich etwas hin. Peter, der Ehemann, findet sie eine halbe Stunde später im Bett - regungslos. Ein Herzinfarkt. Doris ist bewusstlos. Maschinen übernehmen die Atemfunktion.
Erst nach einigen Wochen atmet sie wieder selbst. Jetzt liegt sie im sogenannten Wachkoma. Sie registriert manches um sich herum, kann aber nicht reagieren, sagen die Ärzte. Sie sprechen in solchen Fällen von einem „Verlust ohne Tod“. Angehörige leben in ständiger Ungewissheit: Sie wissen nicht, ob und wie viel der geliebte Mensch wahrnimmt - und ob er oder sie jemals wieder nach Hause zurückkehren kann.
International anerkannte Expertinnen und Experten erklären, welche Ursachen ein Koma haben kann, welche Formen es gibt und wie die Prognosen aussehen. Die Neuropsychologin Dr. Petra Maurer-Karattup von der SRH-Fachklinik Neresheim sagt: „Die Ursachen sind so unterschiedlich wie Dauer und Verlauf eines Komas: Unfälle, Herzinfarkte, Schlaganfälle, aber auch Suizidversuche oder Drogenmissbrauch können Auslöser sein.“
Steffen (45) aus Magdeburg hat Ähnliches durchlebt. Als er vom Sport nach Hause kommt, ist ihm übel, er verspürt Sodbrennen. Er glaubt, es läge am Sport. Doch seine Frau ruft den Notarzt. Es ist ein Herzinfarkt. Auf der Intensivstation wird er aufgrund von Komplikationen in ein künstliches Koma versetzt. Geräte übernehmen die Beatmung. Heute kann er wieder ein fast normales Leben führen.
„37°“ bleibt dicht bei den Betroffenen und ihren Angehörigen. Ihr Alltag ist eine Gratwanderung zwischen Angst, Unsicherheit und Hoffnung. „Es kann tatsächlich jeden treffen“, sagt Dr. Petra Maurer-Karattup. Für die beiden Familien war das ein Grund dafür, dass „37°“ sie in dieser schweren Zeit begleiten durfte:
„Andere Menschen sollen erfahren, womit sie konfrontiert sind, wenn ein Familienmitglied im Wachkoma liegt und wie wichtig es ist, sich frühzeitig Hilfe zu suchen, um ein Trauma abzuwenden“, sagt die Tochter von Doris.
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