Estlands stille Weiten

Zwiebelstraße, Wälder und Bären

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    Estlands wilde Wälder gehören zu denen in Europa, die am baumreichsten sind. Etwa die Hälfte des kleinen Landes ist von Wald bedeckt. Rund zwei Prozent davon zählen zu den letzten Urwäldern Europas. Das Leben im Wald ist tief in der Geschichte und der Kultur der Esten verankert. Bäume gelten bei vielen sogar als heilig. Wenn Triin Asi einen Braunbären sieht, ist ihr Tag perfekt. Die kräftigen Riesen sollen es gut haben in ihrem Wald. Sie ist in Estland geboren und aufgewachsen, hat in Deutschland studiert. Vor 15 Jahren hat sie gemeinsam mit ihrem Mann Bert beschlossen, ihr Wissen für den Schutz ihrer Heimat einzusetzen. Sie kauften Wald. 100 Hektar, wo die letzte Wildnis ursprünglich bleiben darf. Hier liegt auch der Alutaguse Nationalpark im Nordosten Estlands. Es ist das jüngste der estnischen Schutzgebiete, erstreckt sich über urige Wälder, Moore und Seenlandschaften. Mit ihrem Quadratkilometer Wald schließen Triin und Bert eine Lücke in einem Gebiet, das ansonsten aussieht wie ein löchriges Puzzle. Weiter geht es an den Peipussee. Aus der ganzen Welt kommen die Altgläubigen an den Peipussee, um im Frühjahr die Rituale ihrer fast vergessenen Kultur zu feiern. Dann lauschen sie am Morgen den alten Frauen beim Gottesdienst und trinken am Nachmittag Dill-Tee und essen Blechkuchen. In den Straßendörfern werden von alters her Zwiebelzöpfe geflochten. Aus ganz Estlands kommen die Kundschaft dorthin, um die besonders würzigen Knollen an der Zwiebelstraße zu kaufen. Die Menschen in der einsamen estnisch-russischen Grenzregion sind für ihre Toleranz bekannt.

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    Personen

    von:Carsten Salzwedel


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