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Der Dokumentarfilm erkundet einen weitgehend unbekannten Aspekt von Migration: In den jugoslawischen Nachfolgestaaten stehen teilweise riesige, aber leere Luxushäuser. Wollten die Eltern damit noch ihren Erfolg zeigen und irgendwann zurückkehren, wissen ihre mittlerweile erwachsenen Kinder teilweise nicht mehr, was heute mit den ehemaligen Traumhäusern anzufangen ist.
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Viele der sogenannten Gastarbeiter aus dem ehemaligen Jugoslawien haben sich Traumhäuser in ihrer zurückgelassenen Heimat gebaut. Im Rohbau verblieben, sorgsam eingerichtet oder inzwischen vom Zerfall bedroht, sind sie meist unbewohnt. Die Häuser zeugen von der geplanten, aber ein ums andere Mal verschobenen Rückkehr aus Deutschland und stellen nun für die nachfolgende Generation als Vermächtnis eine besondere Herausforderung dar.Während Predrag Lukic das Haus als persönlichen Gewinn sieht, macht Nena Jurkovic den pompösen Bau für zu wenig elterliche Zuwendung in ihrer Kindheit mitverantwortlich. Deana Mrkaja fühlt sich beim Anblick des unfertigen Hauses an den Krieg erinnert, für Zeljko Ristic spiegelt sich der frühe Tod der Mutter in der seitdem unveränderten Einrichtung der Wohnräume wider und macht einen längeren Aufenthalt unmöglich. Nur Sami Dzemailovski hat schon eine ganz eigene Idee für die Weiternutzung.In den Häsern leben, wie von den Eltern vorgesehen, will allerdings niemand von ihnen. In ruhigen Einstellungen widmet sich „Statik der Träume“ diesen Räumen. Die Erben setzen sich mit den vorgesehenen Plänen, was mit den Häusern passieren soll, auseinander. Es geht auch um Vorstellungen von Zugehörigkeit und Zuhause. Die Fragen der Erben zur Zukunft der Häuser bündeln Prozesse der Emanzipation und Identitätsfindung wie unter einem Brennglas. Das Leben mit mehr als einer Heimat bringt Konflikte mit sich, aber auch Räume für neue Impulse und Ideen.
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