Sportclub Story

Drama am 8000er - Was geschah an der Shishapangma?

bis 00:10
Dokumentation
  • Stereo
  • Untertitel
  • HDTV
  • 20260412234000
VPS 00:00

Themen

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    Martin Maier lässt bis heute nicht los, was 2014 an der Shishapangma in Tibet passiert ist, am kleinsten Berg der 14 Achttausender. Es ist die Geschichte einer der größten Katastrophen im deutschen Bergsport und wie danach die Wahrheit verdreht wurde. In Rekordzeit die höchsten Berge hinaufrennen, das war das große Thema im Alpinismus der 2010er-Jahre. Zwei Deutsche mischten damals mit: Sebastian Haag und Benedikt Böhm. Als Haag und Böhm 2014 an die Shishapangma reisten, um dort einen Speed-Rekord aufzustellen, gab es einen medialen Hype: Deutschlands Zeitungen und Magazine waren voll von der Geschichte. Vor allem wegen Benedikt Böhm „Deutschlands, sportlichstem Manager“, wie einige Medien schrieben; war er doch damals CEO der Outdoor Firma Dynafit. Der Versuch von insgesamt fünf Bergsteigern, die Shishapangma in unter 24 Stunden zu besteigen und mit Skiern wieder abzufahren, endete in einem Fiasko. Sebastian Haag und Andrea Zambaldi starben, als sich am frühen Morgen des 24. September 2014 eine riesige Lawine kurz unterhalb des Gipfels löste. Martin Maier geriet damals auch in die Lawine, blieb aber wie durch ein Wunder oben auf, bis die Schneemassen zum Stoppen kamen. Danach entspann sich eine Geschichte voller Lügen, die ein Schlaglicht darauf wirft, wie es wirklich steht um Kameradschaft und Ethik am Berg. Benedikt Böhm, der das Unglück zusammen mit dem Schweizer Spitzenkletterer Ueli Steck unverletzt überlebte, verbreitete in der Folgezeit eine Version des Hergangs, die nicht den Tatsachen entsprach. Er erfand eine Reihenfolge der fünf beteiligten Bergsteiger, die es nie gegeben hat und behauptete, ausgerechnet sein verstorbener Jugendfreund Sebastian Haag habe die Gruppe angeführt. Dabei war er selbst derjenige, der im Augenblick des Lawinenabgangs die Richtung vorgab. Martin Maier trug damals ein schweres Schädel-Hirn-Trauma davon, dessen Folgen ihn noch heute beeinträchtigen. Er hat lange gebraucht, bis er alles, was damals passierte, in eine logische Reihenfolge bringen konnte. Er hat das original Video- und Fotomaterial, das ein griechischer Filmer damals erstellt hat, immer wieder analysiert und erzählt jetzt seine Version der Geschichte. Auch der Kameramann Christos Tsoutsias und Sebastian Haags Freundin Magdalena Martini sind bis heute verstört über die falschen Aussagen rund um das Bergdrama. Jetzt formulieren sie zum ersten Mal ihre Vorwürfe. Bisher unveröffentlichtes Material, das diese Expedition genau dokumentiert, steht jetzt zur Verfügung. Es belegt eindeutig: Dass Martin Maier noch lebt, ist keineswegs das Verdienst seiner Expeditionspartner. Er ist aus eigenem Antrieb mit schwerem Hirnschaden auf allen vieren bis in ein rettendes Lager gekrochen. Der Einzige, der nicht gezögert hat, ihm zur Hilfe zu eilen, war der einheimische Norbu Sherpa.

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